Grenzen konstruktivistischen Lernens

Seine Grenzen findet konstruktivistisches Lernen bei Lernprozessen, die ein weitgehend automatisiertes und standardisiertes Verhalten zum Lernziel haben. Denken Sie z. B. an bestimmte Tätigkeiten bei der Bundeswehr, an das Erlernen des Maschinenschreibens oder an die Bedienung eines Automobils.

In vielen Fällen benötigen Lernende die Hilfe bei der Strukturierung von Sachverhalten, die konkrete Vorgabe oder Anleitung was als nächstes zu tun und wie grundsätzlich zu verfahren ist. Nicht alle Lernziele sind durch exploratives Lernen und eigene Konstruktionsleistung zu erschließen. In vielen Fällen benötigen die Lernenden ein gewisses Maß an Anleitung (Scaffolding) im Lernprozess.

Dies schließt konstruktivistisches Lernen nicht aus. Es sollte jedoch auf eine sinnvolle Anwendung geachtet werden und bei Bedarf alternative Konzepte einbezogen werden.

Situiertes, authentisches Lernen findet auch bei hochtheoretischen, abstrakten Lerninhalten seine Grenzen. So können philosophische Betrachtungen z.B. nur selten in einem konkreten Kontext situiert sein. Auch in anderen Disziplinen sind die Grenzen konstruktivistischen Lernens im Sinne situierter Verankerung, in der Regel bei theoretischen oder meta-theoretischen Betrachtungen erreicht. Dies heißt jedoch nicht, dass sich der Lernende nicht auch solche Inhalte in einem Prozess aktiver Auseinandersetzung aneignen sollte.

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